Schreiben & Lesen

März 4, 2008

Mehr zum Thema Haiku

Gespeichert unter: Lyrik, Überlegungen — Elke @ 7:43
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Ich finde es übrigens sehr angenehm, dass man auch in Deutschland das Thema HAIKU inzwischen freier behandelt. Die englischsprachigen Länder tun das schon lange. Denn das japanische Maß ist in europäische Sprachen schlecht zu übersetzen. Ich verlinke hier mal zu einem Artikel, den ich auf der Seite www. haiku-heute.de gefunden haben: Gräser am Wegrand

Dort heißt es: “Nach verschiedenen wenig überzeugenden Versuchen, ein entsprechendes Schema in europäischen Sprachen zu finden, etwa gereimt oder in 5-7-5 Silben statt Lauteinheiten oder in drei Zeilen mit dem Muster 2-3-2 Hebungen oder im Muster 3-5-3 Silben, werden Haiku in westlichen Sprachen heute meistens in freien Versen geschrieben, fast immer dreizeilig, mit etwa 10 bis 17 Silben, ohne Endreime”

Die Nachtigall singt,
ich lausche den süßen Tönen,
der Frühling erwacht

Hier habe ich in der zweiten Zeile acht Silben benutzt und niemand wird’s merken, der nicht anfängt nachzuzählen. Das kurze Gedicht ist einfach in sich harmonisch. Schöne Haiku in deutscher Sprache, harmonisch anstatt erzwungen – das gefällt mir.

So könnte ich auch das Haiku vom letzten post anders gestalten:

Kleiner Vogel singt, (5)
lockt laut und süß das Weibchen (7)
webt Liebeszauber (5)
.
oder
.
Ein kleiner Vogel singt, (6)
lockt laut und süß das Weibchen (7)
er webt den Liebeszauber (7)
.
Was gefällt euch besser? Schwer zu sagen, wenn man bisher die klassische Form gewohnt ist. Ich denke, ich werde in Zukunft mal der freien Form mehr Raum geben.
vogelhaiku1.jpg

 

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