Schreiben & Lesen

Februar 29, 2008

Frauenbücher – Männerbücher . . .

Gespeichert unter: Bücher, Überlegungen — Elke @ 11:12
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kathedrale.jpg – - - gibt es die? Ja doch – ich selbst benutze häufig genug den Satz: das ist vermutlich ein typisches Frauenbuch. Heute las ich zum ersten Mal die Behauptung “Die Kathedrale des Meeres von Ildefonso Falcones” sei ein typisches Männerbuch. Warum? Die Rezensentin meint dazu: “Ein Männerbuch! Mittelalter live mit allen Grausamkeiten, die es zu bieten hatte. Leibeigenschaft unter widerlich arroganten Grundherren, das Recht der ersten Nacht für sie, Sklaverei, die totale Abhängigkeit der Lehrlinge von ihren Meistern, Pest, Hungersnot, Progrome gegen die Jugendviertel, Kriege ohne jede Rücksicht auf die Zivilbevölkerung” und “Notwendig ist allerdings eine Warnung an sensible Leserinnen: Das Wort “brutal”, das ich zur Beschreibung des Inhalts gewählt habe, trifft zu. Wer also nichts über Vergewaltigungen, Auspeitschungen, die Folter der Inquisition, die Gräuel eines Krieges Mann gegen Mann und gegen wehr- und rechtlose Bauern lesen will, sollte dieses Buch meiden. Damit entgeht des Sensiblen zwar ein wirklich großartiger Roman, aber sie ersparen sich neue Alpträume”.

Durch die Bank weg sind sich aber fast alle einig, dass es ein großartiges Buch ist. Ich denke, dass das Mittelalter einfach brutal war. Wer sich damit beschäftigt, sollte nichts Weichgespültes erwarten oder das Szenario stimmt einfach nicht.

Mögen Männer wegen der Grausamkeiten dieser Bücher lieber lesen als Frauen. Oder glauben wir das von den Männern nur? Ist doch mal eine interessante Fragestellung.

3 Kommentare »

  1. Männer- Frauenbücher! Es leben die Schubladen! Ein Buch über Liebe ist ein Frauenbuch, eines über Brutalität ist Männersache. Ja, warum nicht. Buben kriegen wohl auch immer noch die Eisenbahn und Mädels die Puppen. Schwierig wird das ganze, wenn man sich vergegenwärtigt, wie groß der Prozentsatz an lesenden Männern ist! Würde nicht die Krimifront, die der heftigen Kriegs- und Geschichtsdramen zusammenbrechen und pleite gehen, wenn sie denn nur von Männern gelesen würden? Sind nicht gerade Frauen oft wunderbare Krimiautoren, die nicht vor einer deutlichen Sprache zurückschrecken?
    Eine individuelle Angelegenheit würde ich sagen, so viele verschiedene Bücher es gibt, so viele unterschiedliche Geschmäcker der Leser/innen sind zu bedienen. Betrachte ich meinen persönlichen Geschmack, sind mir viele alte Kindermärchen zu brutal. Überflüssig finde ich unangebrachte Gewaltschilderungen in erdachter, nicht zeit- oder milieugebundener Literatur. Wenn es um authentische Zeitschilderungen geht, dann darf ein Judenprogrom nicht in ein Kaffeekränzchen umgemünzt werden, dann muß das auch deutlich ausgesprochen werden. Selbst wenn es in Romanform geschieht, ist es notwendig, eine Epoche glaubwürdig zu beschreiben. Und dann ist es auch für Frauen und Männer gleichermaßen interessant, das zu konsumieren.
    Liebe Grüße vom Wurzerl

    Kommentar von Wurzerl — März 1, 2008 @ 1:01

  2. ich habe mir noch bei keinem buch gedanken gemacht, ob es wohl eher ein männerbuch ist, vom lesen hat es und wird mich das auch nie abhalten können.

    Kommentar von hierundjetzt — März 1, 2008 @ 12:58

  3. Danke für eure Meinungen. Ich lese auch, was mich interessiert und mache da keine Unterschiede. Aber ich bin sicher, dass Männer eher selten das in die Hand nehmen, was ich als “Frauenromane” bezeichne, es sei denn frau empfiehlt es ihnen ausdrücklich.

    Kommentar von miyelo — März 1, 2008 @ 2:10


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