. . . Märchen aus der Scheibenwelt, genauer gesagt die bisherigen drei Bände um die junge Hexe Tiffany Weh und ihre Freunde.
Alles fing damit an, dass mir mein Mann vor zwei Jahren mal auf einer langen Flugreise ein Hörbuch mit demTitel “Der Winterschmied” gab. Ich bin absolut kein Hörbuchfan. Ich schlafe bei sowas ein und fremde Stimmen erzeugen bei mir keine stimmigen Bilder. Ich habe eine Weile reingehört und das war’s dann. Neulich dann in der Bücherei hatte ich wieder den Winterschmied vor mir liegen, diesmal als Buch und er schien mir förmlich zuzurufen: “Nimm mich mit!” Also nahm ich das Buch mit nach Hause und da lag es dann wieder rum. Als ich dann nichts anderes mehr zu lesen hatte, begann ich damit und . . . es ließ mich nicht mehr los!
Der Winterschmied ist – so heißt es auf der Verlagsseite – ein Märchen aus der Scheibenwelt. Und so liest es sich auch, irgendwie ein bisschen Kinderbuch aber total genial. Der Autor versteht es eine Welt voller Wunder und Kuriositäten zu erschaffen, die irgendwo zwischen Magie und normalem Leben pendelt, in der kleine Hexen sprechen wie Kinder von heute, wenn auch wie etwas altkluge aber sehr intelligente Kinder – so richtig “cool”. Immer wieder kommt es zu augenzwinkernden, urkomischen Dialogen. Ich kann es nicht wirklich erklären, aber es ist toll, immer vorausgesetzt, man mag Fantasy und liest als Erwachsener auch gerne mal Bücher, die noch wenig Jugendliteratur sind. Ich bin sicher, dass selbst Leuten, die Tolkien nichts abgewinnen können (was ich nie im Leben verstehen werde) dieses Buch gefallen wird.
Nachdem mir der “Winterschmied” so gut gefallen hatte (dummerweise der dritte Band der Reihe), habe ich gleich hinterher “Kleine freie Männer” gelesen und bin jetzt an “Ein Hut voller Sterne”. Alle drei Romane drehen sich um die Junghexe Tiffany Weh, um Hexen mit solch merkwürdigen Namen wie “Oma Wetterwachs” oder “Frau Ohrwurm” und um die “Wir-sind-die-Größten” – die kleinen freien Männer eben. Alle drei Bände finde ich herrlich zu lesen, wobei mir Band 1 und Band 3 am besten gefallen haben. Den “Hut” finde ich ein klein wenig – aber nur ein ganz klein wenig – langatmiger. Diese Bücher stecken so voller Lebensweisheiten, die aber immer sehr humorvoll rübergebracht werden. Anders als bei Harry Potter wird die Hexerei und Zauberei eher sogar ein wenig auf die Schippe genommen – also ich finde die Romane toll geschrieben. Kinder und Jugendliche können Vieles lernen, vermutlich ohne dass es ihnen überhaupt auffällt und auch ich als Erwachsene hatte immer mal wieder Augeblicke, in denen ich dachte: aha – hab ich auch noch nicht drüber nachgedacht.
Dem Verlag muss man auch zur Wahl von Andreas Brandhorst als Übersetzer gratulieren. Die Bücher leben stark vom Wortwitz des englischen Autors. Das ins Deutsche zu transferieren ist sicher eine Meisterleistung.
Drei Bände, die ich uneingeschränkt empfehlen kann und zwar für Kinder und Erwachsene.
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Kleine freie Männer: Ein Märchen von der Scheibenwelt










