Schreiben & Lesen

August 15, 2008

Beauty - Damals & Heute

Gespeichert unter: Erinnerungen — miyelo @ 6:23 Uhr nachmittags
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Thema 4:
Beauty damals und heute - Elke Zedlitz schreibt >

Bei diesem Thema geht es um die Schönheit im Allgemeinen und um Hairstyling und Kosmetik im Besonderen. Hat sich das Schönheitsbild gewandelt? Wann habt ihr angefangen, euch zu schminken? Welche Frisuren waren in eurer Jugend modern? Wie schminkt ihr euch heute? Geht ihr regelmäßig zum Friseur? Ist euch mal so richtig was schief gegangen? Gebt ihr viel Geld für Kosmetik aus?

In Elkes Blog habe ich eben ganz kurz Folgendes hinterlassen: Ich habe mir übrigens heute gerade bei Lidl so Trinkgläser mit Colamotiven gekauft und mal wieder gedacht, dass ich die Frauen in den Zwanziger Jahrer teilweise viel hübscher und femininer fand als heute - diese fließenden Kleider und die Wasserwellen, einfach schön.

Soweit so gut. Nun aber zu mir und meinen Ideen zum Thema. Das Schlimmste, an das ich mich aus meiner Jugend erinnere, ist meine erste Dauerwelle, die ich mit knapp Vierzehn zur Konfirmation verpasst bekam. Gut - wir sahen in den frühen und mittleren Sechzigern alle so aus, aber schrecklich war das auf jeden Fall. Und dann die Klamotten - ach du meine Güte. Vom Supermini mal ganz abgesehen, der nie so ganz mein Ding war, habe ich auch mal ein Kleid aus Papier getragen - das war der letzte Schrei - und dann diese Neonfarben - arrrgh!!!  Enge Jeans war auch so ein Thema. Mit meiner Freundin lag ich oft in der Kabine im Levisgeschäft auf dem Boden, den Bauch ganz fest eingezogen, um in eine Nummer noch kleiner zu passen *lol*, das werde ich auch nie vergessen.  Der ganze Spuk war dann Anfang der Siebziger mit dem Abi für mich vorbei. Mit dem Zahnmedizinstudium bewegte ich mich dann ungewollt aber nicht unbeeinflusst in Kreisen, in denen man gepflegte Eleganz bevorzugte: die ersten Designerjeans, weiße Blusen mit aufgestelltem Kragen und vor allem Lodenmäntel! Schuhe, Handtaschen, Gürtel, Portemonnaie waren aus bordeauxrotem Leder und von einer ganz bestimmten Marke - die mir im Moment nicht mehr einfällt. Alles nichts für meinen Geldbeutel, aber irgendwie versuchte ich mich anzupassen. Deshalb war ich Dauerkunde in Secondhandläden in Uninähe. Damals fing auch meine unselige Diätkarriere an. Schlank, sportlich, gutaussehend - eigentlich auch noch groß und blond - so hatte eine junge Zahnärztin auszusehen. Hab ich nie hingekriegt ;-)  Meinen Patienten war das später auch egal, aber mein Nicht-akzeptiert-sein-Trauma hatte ich während der Unizeit abbekommen.

Mittlerweile ist das Schnee von gestern. Elke ist klein, dick und gemütlich, wobei ich damit immer noch zu kämpfen habe. Designerklamotten sind nichts für mich, die würden die Figur auch nicht verbessern. Haare und Outfit sind auf gefällige und leicht zu pflegende Alltagstauglichkeit abgestimmt. Aber natürlich solls auch nett aussehen. Geschminkt habe ich mich immer und tu es auch jetzt noch. Vor allem die Augen sind mir wichtig, weil die hinter meinen Brillengläsern recht klein wirken. Wenn ich also nicht gerade Augenprobleme habe wie im Moment, dann wird gewaltig getuscht. Allerdings nicht im Urlaub, da laufe ich normalerweise total “natur” rum. Mit Schönheits-OPs habe ich nichts im Sinn. Allerdings sind es wieder die Augen, wo ich eventuell mal eine Ausnahme machen würde: ich habe starke Schlupflider, die die Augen optisch auch verkleinern. Die Augen meiner Mutter waren im hohen Alter winzig und wirkten starr. Ich könnte mir vorstellen, dass ich da mal was machen lassen würde - ganz vielleicht nur. So - bei Gelegenheit guck ich mal nach Bildern *lach*.

Juli 11, 2008

Waschtag - Damals & Heute

Gespeichert unter: Erinnerungen — miyelo @ 3:27 Uhr nachmittags
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Waschtag damals und heute

Wie habt ihr (eure Eltern oder auch Großeltern) damals Wäsche gewaschen? Gab es den so genannten Waschtag? Welche Mittel standen euch damals zur Verfügung? Und wie ist es heute für euch? Welche Technik nutzt ihr? Bügelt ihr eure Wäsche?

Elke Zedlitz möchte, dass wir mal wieder in unsere eigene Geschichte eintauchen.
Das fällt mir in diesem Fall nicht so einfach. Aber ich erinnere mich, dass wir in meinem Elternhaus eine Waschküche mit einem großen Kessel besaßen, der mit Kohle beheizt wurde.  Ganz sicher hat meine Mutter, nachdem wir 1955 wieder ins Haus zurück konnten, dort auch noch gewaschen. Ich kann mich an die heiße Waschlauge erinnern und solche glockenförmigen Stampfer mit denen die Wäsche immer wieder in die Lauge gedrückt wurde. Ob meine Mutter noch ein Waschbrett benutzte, weiß ich nicht mehr. Mit Zangen aus Holz wurde die Wäschestücke aus der heißen Lauge umgefüllt in die Zuber aus Zink, um sie zu spülen. Große Stücke wurden durch eine Wringe (Mangel) gedreht, was Schwerstarbeit war wie die große Wäsche damals überhaupt. Ich glaube bevor meine Mutter eine elektrische Waschmaschine besaß, bekam sie die erste elektrische Schleuder in die Waschküche gestellt. Im Garten hatten wir Wäschestangen, zwischen denen auf Seilen die Wäsche getrocknet wurde. Im Winter und bei schlechtem Wetter wurde sie wohl auf dem Dachboden getrocknet. Bettlaken wurden nicht gebügelt, sie wurden “gestreckt”. Wie beim Seilziehen packte meine Mutter zwei Enden der Laken und ich die anderen Zipfel und dann wurde mit aller Kraft gezogen und ausgeschlagen.

Dieses Bild habe ich bei Wikipedia gefunden - so ähnlich kann es zumindest bei meinen Großeltern ausgesehen haben, aber auch noch bei meiner Mutter nach dem 2. Weltkrieg. Wir hatten allerdings immer Zinkwannen. Eine davon überlebt noch heute in unserem Garten.

Da mein Elternhaus ein Mietshaus war, gab es natürlich den Waschtag, an den man sich halten musste. Das heißt, es war wohl eher eine vorgeschriebene Woche, aber die Wäsche wurde dann halt an einem bestimmten Tag erledigt. Meine Schwiegermutter - heute 94 - hält das übrigens immer noch so. Bei ihr ist der Donnerstag Waschtag, auch wenn sie kaum noch etwas selbst zu waschen hat (weil sie es nicht mehr kann).

Später hatte meine Mutter ein Monstrum von Waschmaschine in ihrer Küche stehen. Das muss dann so Mitte/Ende der 1960iger Jahre gewesen sein. Es war eine Kombination aus Waschmaschine und - tja - gab es damals schon Trockner??? - oder war es auch nur eine Schleuder? Ich weiß es wirklich nicht mehr. Jedenfalls war es gut, dass die Küche so groß war, denn die beiden Teile standen unter einer abnehmbaren Arbeitsplatte nebeneinander. Diese Maschinen hatten übrigens kein “Bullauge“. Das Fenster in der Waschmaschine hat nur die Funktion, die Hausfrau, die am Anfang der Maschine nicht traute, zu beruhigen.

Erinnern kann ich mich auch noch an die teilweise riesigen Waschmittelpakete der Sechziger Jahre, ja es gab sogar Tonnen, die dann von den Teenagern oder Erstbeziehern von Junggesellenwohnungen zu Sitzgelegenheiten oder Aufbewahrungscontainern umfunktioniert wurden.

Der Kessel in der Waschküche blieb uns noch lange erhalten. Zur Verlobung meines Bruders oder am Polterabend wurden darin Suppe gekocht. Später nutzte mein Bruder die Waschküche dann für seine Eisenbahn (und das ist ein gaaanz anderes Kapitel) und der Kessel verschwand endgültig.

Ich habe, seit ich 1977 mit meinem Mann zusammen gezogen bin, immer eine elektrische Waschmaschine gehabt und seit wir 1980 ins eigene Haus eingezogen sind auch einen Wäschetrockner. Von beiden Geräten haben wir inzwischen jeweils das dritte Exemplar, glaube ich. Ich habe neulich schon mal geschrieben, dass ich glaube, dass diese Dinger ein eingebautes Verfallsdatum von ca. 10 Jahren haben.  Beide Maschinen werden in unserem Vierpersonenhaushalt auch intensiv genutzt.

Was das Bügeln angeht: ja ich bügele, vermutlich viel zu viel und das, obwohl ich Bügeln hasse wie die Pest. Aber bei mir muss alles schön glatt sein - fehlt nicht viel und ich würde sogar die Unterwäsche bügeln. Allerdings kaufe ich inzwischen Bettwäsche nur noch in Mikrofaser und achte auch sonst darauf viel Bügelfreies oder leicht Bügelbares zu kaufen. Am schlimmsten sind für mich Florians weiße Hemden. Das ist Berufskleidung - Firmenware und die sind echt ätzend zu bügeln.

Und hier noch ein sehr schöner Linktipp zum Thema: Oldiewash

Juni 19, 2008

Verlage, Zuschussverlage, Print on demand

Gespeichert unter: Verlage, Überlegungen — miyelo @ 11:08 Uhr nachmittags

Für junge Autoren ist es nicht leicht, einen Verlag für die Veröffentlichung ihrer Werke zu interessieren. Ich selbst bin daher gleich zweimal einen anderen Weg gegangen, indem ich den Lyrikband und die Autobiografie bewusst bei einem Print on Demand Verlag (Engelsdorfer Verlag) habe drucken lassen. Ich war mit dem Ergebnis und den Leistungen zufrieden und verstehe deshalb nicht, weshalb in bestimmten Foren solche PoD Verlage (oder BoD = Book on Demand) mit Zuschussverlagen gleich gesetzt werden. Print on Demand Verlage machen keine falschen Versprechen, sondern man weiß von vornherein, dass man die Druckkosten zahlen muss und auch für das Verkaufen im Prinzip selbst verantwortlich ist. Natürlich muss man wissen, ob man das kann und will.

Ein bisschen anders sieht es mit den Zuschussverlagen aus, von denen sich gerade in Frankfurt etliche angesiedelt haben und die mir teilweise verdächtig nach Betrug riechen. Sie schmücken sich in ihren Namen mit dem guten alten Herrn von Goethe und seinen Verwandten - wehren können die sich ja nicht mehr. Da auch das Literaturcafé einiges dazu zu sagen hat, verweise ich hier mal dorthin.

Ein normaler Verlag oder die Person des Verlegers erwirbt in der Regel das Nutzungsrecht am Werk eines Autors (Urheberrecht) auf Grund eines Vertrages und sorgt für Herstellung (bei einem Buch Vorbereitung des Druckes) und Druck des Werkes sowie dessen Finanzierung. Des weiteren besorgt er die Werbung und den Vertrieb über die verschiedenen Vertriebswege, zum Beispiel über den Buchhandel oder den Pressegroßhandel.

Schade finde ich jedoch, dass von vielen die Eigen- bzw. Selbstverlage und die PoD-Verlage als Vanity-Verlage (von engl. vanity = Eitelkeit) bezeichnet und damit grundsätzlich abgewertet werden. Für mich spricht nichts dagegen ein Buch in kleinen Stückzahlen auf diese Weise drucken und in den Buchhandel bringen zu lassen. Wenn ich von dem, was ich geschrieben habe überzeugt bin, wenn ich bereit bin die Kosten und die Werbung zu übernehmen, dann ist das für mich in Ordnung. Diese Abwertungsmasche ist für mich so typisch deutsch. In unserem Land gilt immer nur das Offizielle, das was von einer übergeordneten Stelle “Brief und Siegel” erhalten hat. Wenn mein Buch schlecht ist, dann werde ich das schon daran merken, dass es keiner kauft. Spricht es nicht viel stärker für Eitelkeit, wenn ich glaube, dass ich nur zu warten brauche bis ein renommierter Verlag meine Genialität erkennt und mich verlegt?

Ich denke, dass jemand, der ein Buch schreibt, so viel Intelligenz besitzen sollte, dass man ihm die freie Entscheidung überlassen kann, wie er sein Werk vermarket. Und ebenfalls soviel Intelligenz, dass er in der Lage ist Verträge zu lesen und sich darüber klar zu werden, ob man ihn an der Nase herum führt oder ihm ein reelles Angebot macht. In diesem Sinne sehe ich auch die oft zitierte FAIRLAG-Erklärung kritisch. Mir gefällt es grundsätzlich nicht, wenn Alles über einen Kamm geschoren wird.

Juni 12, 2008

Esskultur damals & heute

Gespeichert unter: Erinnerungen — miyelo @ 12:48 Uhr nachmittags
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Esskultur damals und heute - ein Projekt von Elke Zedlitz

Gab es in meiner Kindheit eine Esskultur, gibt es denn heute eine Ess-Kultur?
Ich erinnere mich, dass in meiner Kindheit gutbürgerlich deutsch und immer sehr kalorienreich gekocht wurde. Und ich weiß, das meine Fettzellen aus dieser Zeit rühren. Ein Sonntag lief bei uns wie folgt ab:

Frühstück: Haferflocken mit Milch - oft die dicke Kondensmilch - und Zucker oder es gab Brot dick mit Butter und Marmelade bestrichen

Mittagessen: Mutters obligatorische Markklösschensuppe, die ich hasste wie die Pest, aber essen musste
Braten mit dicker Soße und Kartoffeln
Schokoladenpudding mit Vanillesoße

Nachmittag: Kaffee bzw. Kakao und Kuchen
Abendessen: Meist was Kaltes, belegte Brote. Ich kann mich an die beliebte Kombination von Käsebroten und Kakao erinnern

Als mein Bruder ein Auto hatte, fuhren wir dann auch öfter mal in den Taunus zum Essen. Es gab da Restaurants, die sich durch die riesige Portionen auszeichneten. Die waren immer unser Ziel. Rumpsteaks und Kartoffeln . . . daran erinnere ich mich noch gut, allenfalls eine Miniportion Salat auf einem kleinen Glastellerchen und meist noch aus der Dose - eklig.

Etwas anders begann meine Mutter erst in meiner Teenagerzeit zu kochen. Sie besuchte damals sogar Kochkurse bei Nestle/Maggi. Dann starb mein Vater, als ich sechzehn war, mein Bruder wohnte nicht mehr zu Hause und ich kann mich nicht mehr daran erinnern, ob da überhaupt noch gekocht wurde. Ich hatte längst mit Diäten angefangen.

Ich selbst koche für die Familie, das aber inzwischen auch nur noch am Wochenende, oft asiatisch und grundsätzlich eher multikulti als deutsch. Ich koche auch nicht gerne, das gebe ich zu. Jahrelang war ich voll berufstätig und musste täglich für die Kinder kochen. Da rannte ich dann in der kurzen Mittagspause erst einkaufen, stellte mich dann in Küche, musste mir meist noch Gemeckere anhören und dann ging’s wieder ab in die Praxis. Jetzt habe ich das Gegenteil: bin während der Woche meist allein und habe keine Lust nur für mich zu kochen.

Aber grundsätzlich versuche ich, wenn ich denn koche, mit frischen Zutaten und leicht zu kochen. Was meinen drei Männern eher weniger gefällt. Die hätten es gerne deftig. Mit den Kalorien habe ja auch nur ich Probleme.

Esskultur - Fehlanzeige! Allenfalls mein Bestreben so lange wie es ging, das gemeinsame Mittagessen am Sonntag bei zu behalten. Das klappt sogar jetzt ab und an noch, obwohl der Erste schon nicht mehr zu Hause wohnt.

Juni 7, 2008

Projekt “Damals & Heute”

Gespeichert unter: Schreibprojekte — miyelo @ 5:11 Uhr nachmittags
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Bei Elke Zedlitz gibt es ein Schreibprojekt, das nennt sich “Damals & Heute“. Es gibt bisher zwei Themen, das erste handelt vom Straßenverkehr.

An die ersten zwei Jahre meines Lebens kann ich mich sowieso nicht mehr erinnern, aber ab 1955 wohnte ich wieder in meinem (Groß-)Elternhaus im Heimchenweg. Der Heimchenweg war damals schon eine lange Straße, aber Verkehr gab es wenig. Auch fehlten praktisch noch alle Nebenstraßen, die heute vom Heimchenweg nach Westen und Osten abzweigen. Die ersten Autos, an die ich mich erinnere, fuhren eher durch Höchst, über die Leunastraße zum Beispiel. Und ich erinnere mich an VW Käfer, die mit dem Brötchenfenster, und an dreirädrige Isettas. Die hießen bei uns nur “Chausseefloh” - ausgesprochen: Schossee-Floh. Die Höchster hatten ihre eigene Aussprache des Französischen! Der Milchmann kam zunächst noch mit dem Pferdefuhrwerk, der Schrott- und Altpapiersammler ebenfalls. Als ich in die Schule kam, tauchten dann auch hier langsam Autos auf (in der Innenstadt von Frankfurt gab es die natürlich schon lange. Aber da kam ich nicht hin und meine Eltern besaßen nie ein Auto.) Aber sehr lange ging es bei uns noch ausgesprochen ruhig zu. Dabei gab es ganz in der Nähe die lange Zeit größte Autobahntankstelle Europas überhaupt, den Auto-Engel. Die Tankstelle stand mitten auf der Königsteiner Straße, am Ortsausgang in den Taunus. Als später die A 66 von Frankfurt nach Wiesbaden gebaut wurde und der Verkehr stärker wurde, musste Auto-Engel dort weg und bekam eine neue Bleibe an der Autobahn selbst. — Der Verkehr nahm unaufhaltsam zu. Als Schulmädchen litt ich darunter, dass meine Familie nie ein Auto besaß. Und zum Abi war es in den besser gestellten Familien durchaus schon üblich, dass meine Klassenkameradinnen ein Auto geschenkt bekamen. Wenig später kaufte ich mir dann als Studentin mein erstes eigenes Auto - einen alten roten Fiat 500 für 800,- DM. Es war ein Notkauf sozusagen, denn in der Minirockära wurde man als junge Frau ständig in den Straßenbahnen angemacht, betatscht, belästigt. Sonst hätte ich mein mühsam Erspartes nie in ein Auto gesteckt. Aber ich musste täglich von der Uni in Bockenheim rüber zur Klinik nach Sachsenhausen und zwar mitten durch’s Bahnhofsviertel und das war ein einziges Spießrutenlaufen.

Vor Kurzem auf der Oldtimerausstellung in Hattersheim fotografiert
(siehe mein Foto-Blog)

Alles Geschichte. Heute ist der Heimchenweg zugeparkt ohne Ende. Obwohl - es ist immer noch besser als in den Siebzigern schon in der Innenstadt oder in angesagten Wohngebieten. Mein Mann und ich hatten Ende der Siebziger eine kleine Wohnung im Frankfurter Westend. Dort habe ich die einzigen Strafzettel meines Lebens für falsches Parken bekommen. Es ging kaum anders. Wer abends nicht seinen angestammten Parkplatz hatte, der hatte ein echtes Problem. Morgens kam es dann zu einem Wechsel, aber wehe man kam während des Tages mal notgedrungen nach Hause. Da blieben einfach nur die “Verzweifelungsparkplätze” im Halteverbot übrig. Kein Mensch, der dort wohnte, störte sich daran, nur die Polizei. Nun ja - einparken kann ich jedenfalls gut.

Juni 4, 2008

Im Geist der Freiheit

Gespeichert unter: Bücher — miyelo @ 2:41 Uhr nachmittags

Gerade eingetroffen: “Im Geist der Freiheit” - ein Buch aus dem Frankfurter Societätsverlag. Keine Bettlektüre, eher ein Wissenswälzer, hoffentlich gut geschrieben und recherchiert. Ich werde berichten.

Aus dem Verlag:Freiheit ist ein weiter Begriff, der soziale, kulturelle, wirtschaftliche, religiöse oder politische Aspekte umfasst. Innerhalb Europas ist sie in kaum einer anderen Region so stark verwurzelt wie im Rhein-Main-Gebiet. Ob das Wilhelmsbader Fest in Hanau, die Jugendstil- und Reformbewegung in Darmstadt, die Salonkultur in Offenbach oder die Paulskirche in Frankfurt, in der sich 1848/49 das demokratische Wollen der deutschen Nation konkretisiert hat - der Kampf um Menschen und Bürgerrechte hat in der ganzen Region Spuren hinterlassen und eine Vielfalt von Aktionen, Personen und Initiativen hervorgebracht.

Mehr dazu beim Societätsverlag

und auch über amazon.de Im Geist der Freiheit: Eine Topographie der Kulturregion RheinMain

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